Gesang

Gesangsunterricht für Erwachsene, Kinder und Jugendliche

Gesangsunterricht für Erwachsene, Kinder und Jugendliche

Umschreibung – Gesangunterricht
Musik mag doch wirklich jeder, oder? Jeder hat ein Lieblingslied, jeder verknüpft Erinnerungen mit bestimmten Songs oder Musikstücken. Doch können alle, die Musik mögen auch selbst singen?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen sagen, man muss von Natur aus Talent haben und musikalisch sein, die anderen sagen, man kann all dies durchaus erlernen, wenn man bereit ist, sich der Sache zu öffnen.

Nichtsdestotrotz darf doch jeder singen, wenn es einem Spaß macht, und wer weiß – vielleicht entwickelt sich eine Leidenschaft und großes Talent kommt zum Vorschein.
Das A und O beim Singen ist Körpergefühl und der Mut loszulassen. Wer sich nicht traut, sich zu öffnen, engt sich selbst und damit auch die eigene Stimme ein und sie wird sich nie komplett entfalten können. Daher heißt es zu Beginn erst einmal Selbstvertrauen zu erlangen. Im Laufe der ersten Unterrichtsstunden, wenn der Schüler bemerkt, wie viel eigentlich in ihm steckt, kommt das von ganz allein.

Der Gesangslehrer vermittelt, wie sich die Akustik „anfühlt“. Das Körpergefühl hilft dabei, sich der Musik zu öffnen und Emotionen damit zu vermitteln. Das, was man singt, muss glaubhaft sein und authentisch wirken. Deshalb ist es wichtig, den Text, sollte er fremdsprachig sein, vorher zu übersetzen, um zu wissen, was man da überhaupt singt und den Inhalt dementsprechend fühlen und übermitteln zu können.

Hat der Schüler sich der Sache geöffnet und damit begonnen, ein Gefühl für die Musik zu entwickeln, kann es an die Arbeit bezüglich der Technik gehen.
Wichtig hierbei ist erst einmal der feste Stand. Im Stehen kann sich die Stimme besser entfalten, es kann lauter gesungen werden und ein freier Stand schafft unterbewusst Selbstvertrauen, denn so kann man sich nicht verstecken. Je fester der Stand ist, desto sicherer fühlt man sich.

Ein guter Tipp ist das Tragen von bequemer Kleidung und flachen Schuhen. Die Konzentration soll ausschließlich auf dem Gesang liegen und nicht darauf, ob der Bauch eingezogen werden muss oder ob man unsicher in seinen Schuhen steht. Das Wohlgefühl steht an erster Stelle, um sich der Musik hingeben zu können. Sämtliche Anspannung wirkt sich auf die Stimme aus, denn die Stimmbänder können so nicht frei schwingen.
Dann geht es ans Aufwärmen der Stimmbänder. Während des Singens werden sie stark belastet, weshalb ein paar Aufwärmübungen essentiell sind, damit diese keinen Schaden nehmen und man heiser wird. Das Einsingen geschieht in einer für den Schüler angenehmen Stimmlage. Die Töne sollten erst einmal nicht zu hoch oder zu tief und auch nicht zu laut sein.

Auch was die Gesangsstrategien angeht, gehen die Meinungen stark auseinander. Letztendlich sollte dabei keinen Trends gefolgt werden, sondern dem Gefühl des Schülers. Die Technik, bei der er sich am wohlsten fühlt, ist meist die optimale. Außerdem sollte man sich stets vor Augen halten, dass der Unterricht in erster Linie Freude bereiten soll. Natürlich sollen auch Fortschritte verzeichnet werden, doch all das nützt nichts, wenn die Stunden beim Schüler keine Glücksgefühle auslösen. Die Unlust würde sich im Gesang bemerkbar machen und die Weiterentwicklung stagniert.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man richtig intoniert und um das Gehör zu schulen, wird unter anderem die folgende Übung angewendet. Es kommt ein Instrument, beispielsweise ein Klavier zum Einsatz, auf dem ein einzelner Ton gespielt wird. Dieser Ton muss nachgesungen werden und zwar so lang, bis das Gesungene mit dem Gespielten übereinstimmt. Zu Beginn kann das etwas dauern, davon sollte man sich aber keineswegs die Motivation nehmen lassen. Mit jedem Ton, bekommt der Schüler ein besseres Gefühl dafür, wie er Gehörtes mit der eigenen Stimme vertont.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Atmung. Wenn während des Stücks ständig zwischengeatmet werden muss, kommt man früher oder später nicht nur nicht mehr hinterher, sondern es klingt auch einfach nicht mehr schön, sondern sehr abgehackt. Außerdem möchte man doch auch in der Lage sein, Töne lang halten zu können. Daher ist das Trainieren der Atmung und auch des Zwerchfells sehr wichtig.

Bezüglich des Zwerchfells bietet sich eine Sprechübung an, die gleichzeitig eine deutliche Aussprache fördert. Dazu werden die Konsonanten P, T und K ohne Vokalanhang hintereinander unter Druckaufbau ausgesprochen. Legt man dabei eine Hand auf den Bauch, ist deutlich spürbar, wie das Zwerchfell arbeitet.
Während des Singens sollte die Atmung stets so tief wie möglich in den Bauch gehen und die Schultern bleiben unten.

Wenn es dann an die ersten Aufnahmen geht, sind viele Schüler erst einmal verunsichert, denn darauf hört man sich in der Regel anders an als man sich selbst hört. Das ist aber ganz normal und liegt schlichtweg an der Akustik. Töne, die von außen wahrgenommen werden, klingen immer anders als die, die man selbst erzeugt, auch wenn es genau die gleichen sind. Das liegt lediglich daran, dass ein Hall entsteht, wenn Schallwellen eine gewisse Entfernung zurücklegen müssen, der bei den selbst produzierten Tönen nicht vorhanden ist. Also keine Angst, wenn die Aufnahmen anders klingen, die Stimme ist und bleibt die gleiche, unterliegt nur unterschiedlichen akustischen Bedingungen.

Doch vor lauter Technik darf das Gefühl nicht verloren gehen. In der Musik geht es nicht vorrangig um das Funktionieren wie eine Maschine, sondern darum, dass Emotionen vermittelt werden und dass Persönlichkeit gezeigt wird. Wiedererkennungswert ist das Geheimrezept aller bekannten Künstler. Die Stimme gilt nicht umsonst als hörbarer Fingerabdruck des Menschen.

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