Entspannung

Frau Corinth, Jahrgang 1955, berufstätig als Sozialpädagogin, Klavierunterricht bei Victoria Muchnyk seit 15 Jahren (mit Unterbrechungen).

Klavierspielen als Ausgleich

Musikunterricht als Berufstätige? Neben der Arbeit? Und was ist mit dem Üben?

Natürlich lernt man als Berufstätige ein Instrument in der Regel nicht in der gleichen Zeit wie ein Kind oder ein Heranwachsender, bei denen der Tagesablauf meist ganz und gar auf Lernen ausgerichtet ist und idealerweise sonst kaum Belastungen auftreten. Insbesondere wenn man einen auch emotional sehr fordernden Beruf ausübt, wie Frau Corinth.

Als Sozialpädagogin in ihrem Berufszweig betreut Frau Corinth viele schwerstkranke und auch sterbende Menschen. Da bleibt zeitweilig wenig Energie für die Auseinandersetzung mit einem so komplexen Instrument wie dem Klavier. Aus dem Grund hat sie immer mal wieder eine Pause eingelegt.

Nichtsdestotrotz stellt das Klavierspielen, der Klavierunterricht und auch das Üben einen echten Ausgleich für sie dar.

Musik als Anker im Leben

Frau Corinth ist ein einem musikalischen Haushalt groß geworden. Sie spielte schon als Kind Flöte. Wie viele Kinder begann sie mit der als „Blockflöte“ bekannten Sopranblockflöte in c. Später wechselte Frau Corinth zur Altflöte und spielte in einem Orchester.

Die Musik war und ist Teil ihres Lebens.

Instrument lernen als Erwachsene

Durch die Beschäftigung mit der Musik fühlt sie sich auf angenehme Art herausgefordert. Es ist eine große Freude für sie, dass sie mit eigenen Händen etwas so Schönes hervorbringen kann.

Die Konzentration auf das Spiel und die Umsetzung der Noten hilft ihr dabei, die Arbeit und alle Eindrücke loszulassen. Sie kann sich dabei entspannen. Das Klavierspiel und der Unterricht mit Frau Muchnyk bilden ein gutes Gegengewicht zu ihrem beruflichen Alltag.

Selbstwertschätzung, Raum für sich selbst finden

Auch die Tatsache, dass sie Zeit und Ressourcen nur für sich selbst einsetzt – ganz und gar zu ihrem Vergnügen – ganz und gar ohne einen Gedanken an etwas wie „Verwertbarkeit“, dieses „Sich etwas gönnen“, diese „Zeit für sich selbst“ ist reine Selbstfürsorge und damit ungeheuer wertvoll.

Es ist ein Geschenk, das sie sich selbst macht. Wertschätzung, die sie sich selbst gibt. Und allein das gibt ihr Stärke für die Herausforderungen ihres Arbeitsalltags.

Der Körper profitiert auch

Über diesen psychologisch guten Effekt hinaus, bemerkt auch Frau Corinth positive Veränderungen körperlicher Art. Da ist zum Beispiel die gute Körperhaltung und ein besseres Körperbewusstsein. Und auch die gute Beweglichkeit ihrer Hände und Finger beobachtet sie wie alle anderen Schülerinnen und Schüler.

Musikunterricht als Berufstätige? Neben der Arbeit?

Auf jeden Fall! Es ist eine Bereicherung und ein guter Ausgleich zur beruflichen Belastung.

Musik ist eben mehr als nur ein „Lernfeld“. Sie ist Leichtigkeit, Kunst, Ausdruck für Gefühle. Sie entführt in ein anderes Erleben, in eine andere Welt.

Musik selbst erschaffen zu können, ist einfach wunderbar.

 

Musikschule Victon Hannover | Musik im Alter | Frau Corinth (nach einem Interview am 29.10.2015)

 


 

 

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